Patiententipps / Info Osteoporose

Was ist Osteoporose?
Die Osteoporose ist eine systemische Erkrankung des Knochens, die durch einen Verlust an Knochenmasse und einer Zerstörung der Mikroarchitektur des Knochens gekennzeichnet ist.

Wer ist gefährdet?
Etwa die Hälfte aller Frauen und ungefähr ein Drittel aller Männer über 50 Jahren sind vom Knochenschwund betroffen. Die Osteoporose ist somit nicht als „Frauenleiden“ zu betrachten.

Als älterer Mensch sind Sie möglicherweise gefährdet, wenn einer oder mehrere der folgenden Risikofaktoren auf Sie zutreffen:

• Aktueller oder zurückliegender Knochenbruch, der ohne größeres Trauma entstanden ist

• Abnahme der Körpergröße > 4 cm seit dem 25. Lebensjahr oder > 2 cm seit der letzten Messung (Verdacht auf Wirbelkörperfraktur)

• Häufiges Fallen/Stürzen innerhalb der letzten 6 Monaten

• Sehr niedriges Körpergewicht oder unabsichtliche Gewichtsabnahme von mehr als 10% des Körpergewichtes

Erkrankungen und Medikamente, die zu einer Osteoporose führen können:

• Kortisoneinnahme über 6 Monate (täglich 7,5mg Prednisolon oder mehr)
• Schwere chronische Leber- und Nierenfunktionsstörungen
• Überfunktion der Nebenschilddrüse
• Überfunktion der Schilddrüse
• Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
• Störungen der Nahrungsaufnahme im Verdauungstrakt (Malabsorption-Syndrome)
• Insulin-abhängiger Diabetes mellitus
• Einnahme von Medikamenten gegen Epilepsie

Weitere Risikofaktoren sind familiäre Veranlagung, Calcium-/Vitamin-D-Mangel, starkes Rauchen, Bewegungsmangel, bei Männern Einnahme von Testosteronantagonisten.

Wenn auf Sie einer oder mehrere der Risikofaktoren zutrifft, gehören Sie zum gefährdeten Personenkreis und sollten sich ärztlich untersuchen lassen, ob bei Ihnen bereits eine Osteoporosekrankheit besteht.

Richtige Diagnostik

Anamneseerhebung
Erfragung von Alter, Körpergrößenveränderungen, aktuelle Beschwerden, Vorerkrankungen, etc.

Klinische Untersuchung
Beurteilung von Wirbelsäulenverformungen, Muskelkraft, Veränderungen der Oberkörperhaltung.

Röntgen der Wirbelsäule
Bei Abnahme der Körpergröße muss eine Röntgenaufnahme der Brust- und Lendenwirbelsäule erfolgen, da nur so festgestellt werden kann, ob ein Wirbelkörper eingebrochen ist.

OsteoporoseRöntgenbild einer gesunden Brustwirbelsäule.

 

 

 

 

OsteoporoseRöntgenbild einer osteoporotisch veränderten Brustwirbelsäule: Rundrückenbildung mit keilförmiger Deformierung mehrerer Brustwirbel.

 

 

 

 

Laboruntersuchungen
Blutuntersuchungen helfen abzuklären, ob bei Ihnen andere Erkrankungen vorliegen, die die Entstehung einer Osteoporose begünstigen.

Knochendichtemessung (Osteodensitometrie)
Zur Messung der Knochendichte wird weltweit die DXA-Technik (Dualröntgen-Absorptiometrie) empfohlen. Die Knochendichte wird selektiv an der Hüfte oder an der Wirbelsäule mit Hilfe von geringen Röntgenstrahlen gemessen. Das Ergebnis wird mit der Knochendichte von jungen Erwachsenen verglichen und mit dem so genannten T-Wert beschrieben.
Messungen mit einem Ultraschallgerät an Ferse oder den Fingern können auf Grund ihrer Ungenauigkeit nicht empfohlen werden.
Die Messung mittels quantitativer Computertomografie am Unterarm ist ebenfalls stark umstritten, da Rückschlüsse auf die Knochendichte an der Wirbelsäule oder Hüfte nicht möglich sind.
Seit 2001 wird die Knochendichtemessung nur noch dann von Ihrer Krankenkasse gezahlt, wenn bereits ein Knochenbruch vorliegt.

Vorbeugung der Osteoporose

• Für kalziumreiche Ernährung sorgen: Milch und Milchprodukte, frisches grünes Gemüse, Obst, Getreideprodukte, Mineralwasser, Fruchtsäfte.
• Ausreichende Vitamin-Zufuhr sicherstellen
• Auf ein „rückenschonendes“ Verhalten im Alltag achten.
• Auf regelmäßige Bewegung und Gymnastik achten.
• Das Rauchen einstellen (Rauchen schädigt den Knochen) .
• „Knochenräuber in der Nahrung eliminieren: Alkoholkonsum, Koffein, Zucker, Salz, Eiweiß, Phosphat, Fette, Übersäuerung.
• Untergewicht vermeiden.
• Knochenschädigende Medikamente und Erkrankungen erkennen.

Therapie der Osteoporose

1. Calcium/ Vitamin D ist die Basistherapie der Behandlung. Wenn eine entsprechende Ernährung nicht möglich ist, sollte zusätzlich 1000mg Calcium und 400-800 IE Vitamin D täglich zugeführt werden.

2. Bewegungstherapie und körperliche Aktivität sind für einen gesunden Knochenstoffwechsel unverzichtbar.

3. Schmerztherapie bedeutet je nach Art des Schmerzes Einnahme von Schmerzmittel, Ruhigstellung mit Korsett, physikalische Behandlungen oder Krankengymnastik.

4. Einnahme von Knochen stabilisierender Medikamente:
- Alendronat (z.B. Fosamax) oder Risedronat (z.B. Actonel) gehören zur Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate. Die Präparate hemmen den weiteren Knochenabbau und sollten in der Regel nicht länger als 2 bis 3 Jahre eingenommen werden. Die begleitende Einnahme von Calcium und Vitamin D ist erforderlich.
- Raloxifen (z.B. Optruma oder Evista) gehört zu den „Selektiven Estrogen Rezeptor Modulatoren“ (SERMs) ist aber kein Hormon oder Östrogen. Es hemmt ebenfalls den Knochenabbau und reguliert den Knochenstoffwechsel.

Die vorgenannten Medikamente sind die Mittel der ersten Wahl. Werden sie nicht vertragen, können Natriumfluorid, Kalzitonin, aktive Vitamin-D-Metabolite und Strontium als Alternative eingesetzt werden.

  • Behandlungsspektrum
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